Jeder kennt das Gefühl: Eine schöne Landstraße, eine Rechtskurve kündigt sich an, und fast automatisch zieht es einen kurz vor dem Einlenken Richtung Fahrbahnmitte. Man will mehr Radius, mehr Überblick, eine „sauberere“ Linie. Das Problem dabei: Genau dieses Ausholen über die Mittellinie ist in Österreich verboten – und es zählt zu den Unfallursachen mit den schlimmsten Folgen im Motorradsport. In Linkskurven lauert eine verwandte, aber andere Gefahr: Dort zieht es einen nicht vor, sondern mitten in der Kurve zur Fahrbahnmitte – meist ohne es überhaupt zu bemerken.
Rechtsverkehr heißt: rechts bleiben, nicht nur rechts starten
In Österreich gilt Rechtsverkehr. Das klingt banal, hat aber eine klare gesetzliche Konsequenz: Der eigene Fahrstreifen darf grundsätzlich nicht verlassen werden. Ausnahmen gibt es nur zum Überholen oder zum Ausweichen vor einem Hindernis. Alles andere – auch das bewusste Ausholen vor einer Kurve, um eine bessere Linie zu bekommen – ist keine dieser Ausnahmen und damit schlicht ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung.
Das sagt das Gesetz: § 7 StVO
Die rechtliche Grundlage findet sich in § 7 der österreichischen Straßenverkehrsordnung (StVO 1960). Besonders relevant ist Absatz 2:
„Wenn es die Verkehrssicherheit erfordert, insbesondere in unübersichtlichen Kurven, vor Fahrbahnkuppen, bei ungenügender Sicht, beim Überholtwerden und bei Gegenverkehr, hat der Lenker eines Fahrzeuges am rechten Fahrbahnrand zu fahren.“
Das Gesetz verlangt in unübersichtlichen Kurven also genau das Gegenteil von dem, was viele instinktiv tun: so weit rechts wie möglich fahren, nicht ausholen. Der Verwaltungsgerichtshof hat das in einer Entscheidung von 1993 (92/02/0267) bestätigt: Für eine Bestrafung nach § 7 Abs. 2 StVO muss zwar im Einzelfall nachgewiesen werden, dass die Verkehrssicherheit das Rechtsfahren erfordert hat – eine unübersichtliche Kurve mit Gegenverkehr gilt dabei aber genau als der Regelfall, den der Gesetzgeber vor Augen hatte.
Wer sich erwischen lässt, riskiert eine Verwaltungsstrafe. Der Strafrahmen für Verstöße gegen die StVO reicht laut § 99 Abs. 3 StVO bis zu 726 Euro, in der Praxis wird so ein Verstoß aber meist mit einem Organmandat vor Ort geregelt.
Warum das keine Formalität ist, sondern Unfallforschung
Das eigentlich Wichtige an dem Thema ist aber gar nicht der Bußgeldkatalog, sondern die Statistik. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat sich in einer eigenen Studie genau damit beschäftigt, wie Motorradfahrer Kurven anfahren – und warum gerade Linkskurven so gefährlich sind. Dabei zeigen sich zwei unterschiedliche Mechanismen, je nach Kurvenrichtung:
Vor Rechtskurven ist es meist das bewusste Ausholen: Man zieht kurz vor dem Einlenken nach links, um die Kurve „gerader“ zu bekommen und früher Sicht auf den Kurvenausgang zu haben. Der vermeintliche Sicherheitsgewinn ist dabei trügerisch: Zwar erkennt man Gegenverkehr durch die bessere Sichtlinie im besten Fall ein paar Sekundenbruchteile früher – wird man dabei aber tatsächlich von einem entgegenkommenden Fahrzeug überrascht, bleibt nur mehr ein Ausweichmanöver nach innen, um rechtzeitig zurück auf die eigene Fahrbahnseite zu kommen. Und ein Ausweichen nach innen, mit noch mehr Schräglage und engerem Radius, zählt zu den anspruchsvollsten und instabilsten Reaktionen überhaupt – genau in dem Moment, in dem ohnehin schon wenig Zeit bleibt. Rechtlich verbietet § 7 Abs. 2 StVO das Ausholen in unübersichtlichen Kurven ohnehin ausdrücklich – dort muss am rechten Fahrbahnrand gefahren werden, nicht ausgeholt.
In Linkskurven liegt das Problem woanders: Hier passiert die Drift zur Fahrbahnmitte nicht vor, sondern mitten im Kurvenverlauf – und meist unbewusst. Grund ist die Blickführung, genauer gesagt ein bekannter Fehler dabei: die Zielblickfixierung. „Wo wir hinschauen, da fahren wir auch hin“ gilt beim Motorradfahren fast wörtlich. Schaut man in der Linkskurve zu starr auf einen einzelnen, weit entfernten Punkt – etwa den Kurvenausgang – anstatt den Blick fließend dem tatsächlichen Kurvenverlauf vorauszuführen, steuert man quasi in gerader Linie auf diesen Punkt zu. Da der Kurvenausgang einer Linkskurve optisch weiter links liegt als die eigene aktuelle Fahrlinie, zieht dieser fixierte Blick den Fahrer nach innen – also Richtung Fahrbahnmitte. Richtig ist deshalb nicht „früh zum Ausgang schauen“, sondern der Blick als dynamische, dem Radius vorauseilende Bewegung: Man folgt mit den Augen kontinuierlich dem tatsächlichen Straßenverlauf, statt an einem Punkt zu kleben. So bleibt die gefahrene Linie im eigentlichen Radius, statt geschnitten zu werden. Das Ergebnis eines falschen, fixierten Blicks ist dasselbe wie beim Ausholen: Oberkörper und Kopf ragen in die Gegenfahrbahn hinein. Kommt in diesem Moment ein Fahrzeug entgegen, bleibt oft keine Zeit mehr zum Reagieren – mit teils tödlichem Ausgang.
Die klare Empfehlung von Fahrsicherheitstrainern lautet deshalb für beide Fälle: In der Kurve so weit rechts wie möglich bleiben und den Blick fließend dem tatsächlichen Kurvenradius vorauseilen lassen, statt ihn an einem festen Punkt zu fixieren. Lieber die Schräglage erhöhen und notfalls mit der Fußraste den Asphalt küssen, als auf die Gegenfahrbahn zu geraten.
Wie ernst das Problem genommen wird, zeigt sich an einer konkreten Maßnahme: An bekannten Unfallhäufungsstellen wurden ab 2016 spezielle Fahrbahnmarkierungen in Linkskurven angebracht, die Motorradfahrer optisch auf ihrer Fahrspur halten sollen. Eine Evaluierung 2020 bestätigte die Wirkung: Der Anteil der Fahrer, die tatsächlich in der gewünschten Fahrlinie unterwegs waren, stieg von rund 53 Prozent (2016) auf rund 68 Prozent nach Einführung der Markierungen.
Die Linie, die wirklich zählt
Für die Praxis heißt das: Die „große“, ausgeholte Linie vor der Rechtskurve mag sich im ersten Moment souveräner anfühlen, ist aber weder erlaubt noch sicher. Und in der Linkskurve reicht es nicht, einfach nicht zu schneiden – hier muss der Blick aktiv geführt werden. Sinnvoll ist:
Vor unübersichtlichen Kurven bremsen und einordnen, nicht erst in der Kurve. Vor Rechtskurven bewusst rechts bleiben statt auszuholen. In Linkskurven den Blick nicht auf einen festen Punkt wie den Kurvenausgang fixieren, sondern fließend dem tatsächlichen Kurvenradius vorauseilen lassen. Und generell: Tempo so wählen, dass genug Reserve bleibt.
Wer diese Regel verinnerlicht, fährt nicht nur regelkonform, sondern reduziert genau das Risiko, das laut KFV-Zahlen zu den schwersten Motorradunfällen auf Landstraßen führt: die Kollision mit dem Gegenverkehr in der eigenen Lieblingskurve.
Quellen: § 7 und § 99 StVO 1960; VwGH-Entscheidung vom 20.1.1993, 92/02/0267; KFV-Publikation „Linienführung Motorrad“ (2017) und Evaluierung Motorradmarkierungen (2021). Fotos: Daniel Obersberger, Google Streetview
Gepostet auf GoogleTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist. Eine Woche Motorradfahren in Kärnten und Slowenien mit Viktor als Guide war nicht zu übertreffen. Das Sicherheitstraining am ersten Tag hat allen sehr viel Spaß gemacht und es gab super Tipps die dann gleich in die Praxis umgesetzt werden konnten. Mit seinem Kompangon Werner als zweiter Guide haben wir die schönsten Strecken mit Kurven ohne Ende kennengelernt. Vielen Dank an beide Guides, auch nach der Tour beim "Stiefel Bier "war eine super Stimmung, denn die Truppe passte sehr gut zusammen. Jederzeit gerne wieder. Uneingeschränkt zu empfehlenWerner Bethke Gepostet auf GoogleTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist. Habe meine erste Motorradtour mit Viktor gemacht und war komplett begeistert. Bei einem intensiven Motorradtraining hat er einfühlsam und sehr verständlich neue Kurventechniken erklärt und ist bei den anschließenden Fahrtagen immer wieder mit guten Ratschlägen zur Verbesserung auf mich zu gekommen. Es war eine sehr lehrreiche und vor allem durch Viktors freundschaftliche Art mit Menschen umzugehen eine wunderschöne Woche in Kärnten.Notburga Floeren Gepostet auf GoogleTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist. Viktor ist in meinen Augen ein hervorragender Tourguide und Trainer. Wir waren 5 Tage lang in einer kleinen Gruppe von 5 Leuten unterwegs. Wir erhielten viele wertvolle technische Tipps um unseren Fahrstil zu optimieren. An dieser Stelle vielen Dank an ViktorThilo Wichelmann Gepostet auf GoogleTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist. Ich durfte Viktor und seinen Kompagnon Werner auf einer einwöchigen Motorradreise durch Kärnten und Slowenien kennenlernen. Das Training am ersten Tag mit Videoanalyse war eine super Sache. Dadurch, dass es so wenige Teilnehmer sind, ist es viel persönlicher, intensiver und schlussendlich auch besser als ein ADAC Training. Das Gelernte konnte man an den folgenden Tagen auf wunderschönen Kurvenstrecken gleich festigen. Viktor ist nicht nur fahrtechnisch wahnsinnig kompetent, sondern auch psychologisch und, genauso wie natürlich auch Werner, sehr sympathisch. Unglaublich schöne und lehrreiche Woche. Uneingeschränkt zu empfehlen - ich komme bestimmt wieder!ginger Gepostet auf GoogleTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist. Meine erste "geführte" Tour, eine Versuch, der sich wirklich gelohnt hat. Das integrierte Sicherheitstraining mit Viktor hat mir, trotz 40 Jahren Motorradfahren, noch einiges vermitteln bzw. korrigieren können. Alles war perfekt organisiert, wir konnten einfach jeden Tag eine tolle Motorradtour genießen, mit vielen Pässen und Kurven aber auch netten Stopps an ausgesuchten Plätzen und zünftigen Gasthäusern. Rundherum eine voller Erfolg - ich bin mehr als zufrieden gewesen. Danke Viktor und Werner für die schöne Motorradwoche. Gerne nächstes Jahr wieder.Fritz Urbaschek Gepostet auf GoogleTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist. Lieber Viktor, vielen, vielen Dank für deine Geduld 😊 Wir sind ca. 40 km auf kleinen Straßen in der Weinebene gefahren, ich voraus, Viktor hinter mir, mit Kamera. Bei einer kleinen Pause gab es die Videoanalyse, wo wir meine Schwächen durchgegangen sind. Ich fahre ich generell zu weit links und in den Kehren der Blick in den Gegenverkehr. Viktor hat mir gute Tipps gegeben und diese habe ich dann auf der Weiterfahrt gleich umgesetzt. Wow, was für ein Unterschied! Dann kamen wir zum Übungsplatz und hier ging es erst richtig zur Sache. Stehenbleiben und nur mit einem Fuß am Boden. Drücktechnik verfeinern, vermehrt die Fußbremse nützen. Die Rückfahrt vom Übungsplatz bis zum Quartier auf kleinen Straßen mit sehr engen Kehren war dann ein richtiges Fahrvergnügen!! Viktor ist ruhig, ausgeglichen und sehr erfahren habe sehr viel gelernt. Nochmals danke Viktor🙏🙏🙏erich wallisch Gepostet auf GoogleTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist. Einfach nur top!!! Unbedingt drübertraun!!! Tausend Dank Viktor - du machst das toll. Ich war sowas von nervös, aber Viktor ist so gelassen, ruhig und echt sympathisch… Ich konnte soviel mitnehmen und sehr davon profitieren 👌 Wusste gar nicht was man alles falsch machen kann 😅😮💨 Viktor erklärt es so, dass es JEDER versteht - also gleich umsetzen & probieren kann. Ich hatte nach meiner Videoanalyse so viel Spaß, es war top Viktor nachzufahren, das war mein absolutes Highlight, so konnte ich alles ausprobieren, verinnerlichen und auf die Straße bringen!!! Jetzt heißt es für mich als Anfänger: ÜBEN, KILOMETER MACHEN… 👊🏼🥳🥰Carmen Kienberger Gepostet auf GoogleTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist. Herzlichen Dank für ein tolles Wochenende Für mich als Anfänger war es sehr beeindruckend im Vergleich der videoanalysen der Fahrten über die Weinebene den Fortschritt nach einem Trainingstag zu sehen. Dann super Übungen am Trainingsplatz - und wunderschöne Ausfahrten in die kärtner und steirische Berglandschaft- und total nette Gespräche. Ich kann das Training nur jeder und jedem empfehlen- bin sicher da nehmen alle was mit.Heinz Oppitz Gepostet auf GoogleTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist. Am Sa-Morgen ging es für uns nach Wolfsberg zu einem sehr informativen Trainingstag mit Viktor. Nach der Fahrt über die Weinebene mit Videoaufnahme legten wir einen Stop ein, um das Fahrverhalten zu besprechen. Dabei wurde uns bewusst, wie wertvoll diese Videoanalyse ist, da man so Fahrfehler sieht, denen man sich gar nicht bewusst ist. Danach wurde dann fleißig am Übungsplatz trainiert und bei der erneuten Videofahrt am Schluss waren schon Verbesserungen in der Technik und im Fahrverhalten erkennbar!!!😎 Vielen Dank Viktor für die vielen guten Tipps, die das Fahrvergnügen und die Sicherheit auf der Straße enorm steigern. 😍Bernadette Rojacher Gepostet auf GoogleTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist. Ich fahre eine Honda Rebel 1100DCT und war eh eher skeptisch. Cruiser fahren und Kurventraining, und man will sich ja nicht die Blöse geben, etc... Das Training war aber wirklich super gemacht und durchdacht. Eine Runde über die Weinebene ich voraus, Viktor mit Kamera hinterher. In Deutschlandsberg haben wir uns das Video dann angesehen, und er hat mir tolle Tipps zur Verbesserung der Kurven und Kehren gegeben. Dann zurück er voraus ich hintennach. Die Tipps gleich versucht umzusetzen... ich kann nur sagen... obergeil :). Dann noch am Übungsplatz geübt. Coole Sache, sollt sich jeder drübertrauen. Was ich mitnehmen konnte, Blickführung, in die Kurve drücken, und Kehren richtig bremsen.Michael Melcher
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