Viele Biker sind echte Enthusiasten. Nicht nur das Motorrad selbst muss in einwandfreiem Zustand sein – auch die Optik zählt. Schließlich soll nicht nur das geliebte Bike glänzen, sondern ebenso die Kleidung, die Boots und natürlich der Helm.
Zwar ist die Auswahl an Helmdesigns im Handel groß, doch seien wir ehrlich: Ein Serien-Design bleibt eben ein Serien-Design. Oft passt es nicht perfekt zur Montur – oder schlimmer noch: Der Helm harmoniert nicht mit dem Bike. Die ultimative Katastrophe tritt dann ein, wenn beim Bikertreffen gleich mehrere Fahrer denselben Helm tragen. Individualität? Fehlanzeige.
Auch für Unternehmen ist ein stimmiger Auftritt unverzichtbar. Ein Helm, der zur Corporate Identity passt, gehört hier längst zum professionellen Gesamtbild.
Ja, aber …
„Bloß nicht!“, denken viele. Der Helm sei danach unbrauchbar, der Versicherungsschutz erlösche und überhaupt kursieren im Internet zahllose Mythen rund um das Thema Airbrush auf Motorradhelmen. Zeit, Fakten sprechen zu lassen:
Fakt 1: Airbrush-Designs gehören ausschließlich in professionelle Hände. Erfahrene Custom Painter wissen genau, welche Helme bearbeitet werden können und welche Materialien und Techniken geeignet sind.
Fakt 2: Der Versicherungsschutz bleibt bestehen, solange die Schutzwirkung des Helms nicht fahrlässig beeinträchtigt wird. Dazu die klare Aussage eines Versicherungsverbandes:
„Wenn sich die Schutzeigenschaften des Helms nicht verändern, ist nicht erkennbar, warum es Probleme beim Versicherungsschutz geben sollte.“
Fakt 3: Die Händler- oder Herstellergarantie kann durch Lackierung oder Beklebung erlöschen. Das ist branchenüblich und sollte einkalkuliert werden.
Fakt 4: Von sehr günstigen No-Name-Helmen ohne Material- oder Herkunftsnachweise ist grundsätzlich abzuraten. Aber ehrlich: Wer setzt sich so etwas freiwillig auf den Kopf?
Wissen ist Macht
Werfen wir einen genaueren Blick auf die Materialien, um neue Mythen gar nicht erst entstehen zu lassen.
Motorradhelme bestehen heute überwiegend aus Kunststoffen. Andere Varianten wie Stahlhelme oder spröde Materialien sind nicht zugelassen und daher irrelevant. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Gruppen:
Thermoplaste (z. B. ABS, Polycarbonat):
Diese Kunststoffe sind bei Hitze formbar und meist bereits lackiert. Eine nachträgliche Bearbeitung ist möglich, aber kritisch zu bewerten.
Duroplaste (z. B. GFK, CFK):
Deutlich steifer und bruchfester – daher auch im Rennsport verbreitet. Diese Materialien eignen sich hervorragend für professionelle Airbrush-Arbeiten.
Der Großteil hochwertiger Markenhelme, etwa von Shoei, Arai, Schuberth, Bandit oder Nolan, besteht heute aus GFK oder CFK. Bandit bestätigte auf Anfrage ausdrücklich, dass es hinsichtlich der verwendeten Lacke keine Einschränkungen gibt. Auch Shoei weist darauf hin, dass eine Bemalung unproblematisch ist – sofern auf Nitrolacke verzichtet wird.
Farben und Lacke
Bei Airbrush-Arbeiten sollten ausschließlich Farben auf Wasserbasis verwendet werden. Diese sind gesundheitlich unbedenklich, angenehm zu verarbeiten und modernen Lösungsmittellacken in Brillanz, Haftung und Lichtechtheit absolut ebenbürtig. Effekte wie Candy, Pearl oder Multicolor sind längst Standard.
Die abschließende Versiegelung erfolgt mit mattem oder glänzendem Klarlack. Wichtig ist hier ein 2K-Acryl-Klarlack mit geeignetem VOC-Gehalt. Minderwertige Produkte bieten keinen ausreichenden UV-Schutz, haften schlecht und sind daher ungeeignet.
Weichmacher jeglicher Art sind ein absolutes No-Go.
No-Go’s beim Airbrush-Helm
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – Designs sind subjektiv. Technische Mängel hingegen nicht akzeptabel. Dazu zählen verschmutzte oder beschädigte Dichtungen, Lackläufer, Staubeinschlüsse oder Orangenhaut im Klarlack. Solche Fehler sollten unbedingt reklamiert werden.
Auch spiegelnde Chromlackierungen sind kritisch zu sehen, da sie andere Verkehrsteilnehmer blenden und potenziell gefährlich werden können.
Fazit
Kurz gesagt: Keine Angst vor Individualität!
Wer seinem persönlichen Stil mit einem einzigartigen Helm den letzten Schliff verleihen möchte, ist bei einem professionellen Airbrusher in besten Händen. Moderne Farben und Lacke sind weitgehend unbedenklich – und auf einen hochwertigen Markenhelm ist auch nach der Individualisierung Verlass.
Wenn du einen Blick hinter die Kulissen werfen möchtest, empfehlen wir den Artikel
„Das Kurvenfahrer.at Airbrush Helm Design“.
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Autor: Michael Mild
Land: Österreich
Web: www.spritzwerk.at
Kontaktadresse: office@spritzwerk.at
Biografie
Michael Mild ist seit 2003 aktiv in der Airbrushszene tätig. Jahrelang war Michael, als Künstler unter dem Pseudonym 2m-artwork, auf zahlreichen Messen und Tuningtreffen mit seiner Airbrushpistole unterwegs, immer mit dem Ziel, jedem Kunden Individualität zu bieten.
Seit 2009 betreibt er den größten Airbrushshop Österreichs. Hier unterstützt er Anfänger und Profis mit Fachwissen in den Bereichen Ausrüstung und Material bis über die Grenzen Österreichs hinaus.
Michael kreiert immer wieder hochwertige Designs und leitet zudem Workshops. Außerdem schreibt er im Spritzwerk Magazine und diversen Blogs umfassend über alle möglichen Themen rund ums Thema Airbrush & Custompainting.
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