2025 ist ein ganz besonderes Jahr für die Geschichte der motorisierten Zweiräder: Das erste Motorrad der Welt, der legendäre Daimler Reitwagen, feiert seinen 140. Geburtstag. Ein Fahrzeug, das eigentlich nie dafür gedacht war, „Spaß“ zu machen – und doch zur Mutter aller Motorräder wurde.
Der Beginn einer neuen Ära – 1885
Am 29. August 1885 meldete Gottlieb Daimler gemeinsam mit Wilhelm Maybach ein zweirädriges Versuchsfahrzeug zum Patent an. Das unscheinbare Holzgestell auf zwei großen Speichenrädern war mehr als nur eine technische Spielerei: Es war die erste gelungene Kombination aus kompaktem, schnelllaufendem Verbrennungsmotor und einem Straßenfahrzeug – ein historischer Durchbruch, ohne den unsere heutige Motorradwelt nicht existieren würde.
Der Einzylindermotor, liebevoll „Standuhr“ genannt, leistete 0,5 PS bei 600/min. Was heute wie ein scherzhafter Wert klingt, war damals ein technologisches Wunder. Die Erfindung war so revolutionär, dass sie nur ein Jahr später den Weg in die erste Motorkutsche fand und damit den Grundstein für das Automobil legte.
Motorradfahren im Jahr 1885 – Technologieträger auf Holzrädern
Wer heute glaubt, ein klassisches Motorrad verlange Mut – der sollte sich den Reitwagen genauer ansehen. Holzrahmen und Holzräder aus der Wagnerei, Eisenbereifung vom Schmied, die Kraftübertragung über Lederriemen und eine Funktionsweise, die heute als museal gelten würde. Statt eines modernen Gasgriffs gab es zwei Hebel: einer für die Gemischbildung, einer für Kupplung und Bremse.
Lenken? Möglich, aber nicht sonderlich präzise.
Bremsen? Rudimentär.
Fahrgefühl? Rau, direkt – und absolut historisch.
Die Konstrukteure hatten aber auch an die Sicherheit gedacht: Stützräder stabilisierten das bis zu 12 km/h schnelle Zweirad. Enge Kurven? Schwierig. Aber dafür war der Reitwagen nicht gebaut. Sein Zweck war klar: beweisen, dass ein Motor Menschen auf der Straße bewegen kann.
Von Cannstatt nach Untertürkheim – Der erste „Roadtrip“ der Motorradgeschichte
Am 10. November 1885 schrieb Daimlers Sohn Adolf Geschichte. Er setzte sich auf den Reitwagen und fuhr die rund drei Kilometer lange Strecke von Cannstatt nach Untertürkheim und wieder zurück. Eine kurze Fahrt – aber ein gigantischer Meilenstein. Das Konzept funktionierte, und nur ein Jahr später rollte bereits das erste Automobil.
Eine Rekonstruktion des Reitwagens ist dauerhaft im Museum zu sehen. Das Original wurde leider 1903 beim großen Brand des Daimler-Werks in Cannstatt zerstört.
Das Mercedes-Benz Museum ist täglich von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Kassenschluss ist immer um 17 Uhr.
Anmeldung, Reservierung und aktuelle Informationen:
Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr unter Telefon +49 711 17-30000, per E-Mail an classic@mercedes-benz.com oder online unter www.mercedes-benz-museum.com
140 Jahre Motorradgeschichte beginnen genau hier.
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Bilder: Mercedes Benz
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