Die Africa Twin Adventure Sports…

… größer, schöner, besser? Kurz gesagt ja aber.

Ich habe den afrikanischen Zwilling ausgiebig testen können und habe ja vor einiger Zeit auch die kleinere Vorgängerin, die „normale“ mit DCT getestet, ich möchte aber hier keinen Vergleichstest der beiden Bikes, sondern einfach meine Erfahrungen mit der Adventure Sports berichten.

Beginnen möchte ich beim Design. Hier wurde ganze Arbeit geleistet, sie ist noch besser dem Original nachempfunden und dabei aber keineswegs altbacken, sondern erfrischend modern. Das beste Zeugnis, das man einem Design eigentlich ausstellen kann, wenn man sich nach einiger Zeit auf dem Markt noch immer gerne umdreht und einem Bike nachsieht. So geht es mir mit der Honda. Ich schaue sie noch immer gerne an und genieße das vollkommene Design. Keine Macken und Details die unangenehm ins Auge fallen, von Kopf bis Fuß schön und optimal ausgerichtet. Das widerspiegelt auch ein wenig den Charakter des Bikes wieder. Sie ist als ganzes optimal, aber nicht perfekt. Warum? Sie ist bestens Abgestimmt, alles passt, was soll man da noch  mehr wollen? Ganz einfach – Charakter. Bikes bei denen es beim Motor so Kleinigkeiten wie ein rauer hoher Drehzahlbereich oder der gleichen. Sowas sucht man bei ihr vergebens.

Was habe ich mit dem Bike eigentlich getestet? Um herauszufinden wo die Afrikanerin eigentlich ihr Stärken, bzw. auch Schwächen hat, habe ich sie mal gemütlich über unsere heimischen Bergstraßen geritten, einmal sehr Sportlich bewegt und natürlich dann auch im Gemüse und auf Schotter mit ihr gespielt.

Africa Twin AS-6211

Ihre großen Leidenschaften sind definitiv der gemütlichere Ausflug über Bergstraßen und Pässe, dann auf jeden fall auch das Spielen im Offroadterrain. Was ihr für den sportlichen Angriff auf Bergstraßen fehlt ist ganz klar die Power. Heutzutage haben Bikes in ihrem Umfeld 120 PS und mehr, daran hat man sich auch schon gewöhnt und will es nicht mehr missen. Ob man es braucht oder nicht, es ist schön wenn man sie hat. Schafft man dann aber dennoch mal die eine oder andere zügige Passage kommt ihr das Fahrwerk und der große Vorderreifen etwas in die Quere. Das Fahrwerk ist perfekt auf Fahrten im Gelände ausgelegt aber dafür geht leider die Straßentauglichkeit etwas verloren. Das ist aber wiederum ein Sudern auf sehr hohem Niveau. Beim starken anbremsen der Kurven merkt man wie der große Vorderreifen leicht unruhig wird, was dann durch die Gabel auch noch etwas verstärkt wird. Diese Eigenschaften kann man bestimmt mit der volleinstellbaren Gabel in den Griff bekommen.

Ein weiteres tolles neues Gimmik ist die Emergency-Stop-Function der hinteren Blinker. Anhand dieser tollen Einrichtung kann man erkennen wenn man eine Kurve mit mehr als 6.0m/s2 negativer Beschleunigung anbremst. Denn ab dann beginnt es am Heck und natürlich auch im Cockpit zu blinken. Ich verstehe natürlich den Hintergedanken von derartigen Erfindungen, jedoch ist die Umsetzung vielleicht noch nicht ganz gut gelungen. Eine „negative Beschleunigung von 6.0m/s2“ erreicht man recht schnell wenn man beherzt auf Kurven zufährt. Das „dauernde“ Blinken kann dann schon mal schnell den Hintermann oder, wie in meinem Fall den Fotografen, irritieren.

Africa Twin AS-6400

Das DCT ist mit Sicherheit das größte Alleinstellungsmerkmal der Twin in ihrer Klasse. Diese Automatikgetriebe von Honda ist nach wie vor einzigartig und wird laufend verbessert. So auch bei ihr. Durch die Elektronik, die schon am Gasgriff beginnt, funktioniert das automatische aber auch das manuelle Schalten sehr gut. Bei der gemütlichen Nachmittagstour wird die Automatik meistens auf den richtigen Gang setzten, wenn es dann mal etwas schneller wird sollte man zum manuellen Modus wechseln und mit dem linken Daumen und Zeigefinger die Gänge wählen. Einziges Manko, was mir hier noch aufgefallen ist, das überspringen von Gängen ist nicht möglich da sie einfach zu schnell anspricht.

Africa Twin AS-6393

Im Gelände hat sie mir mit großem Abstand am meisten Spaß und Freude bereitet. Die neue Traktionskontrolle lässt sich in sieben Stufen auf den jeweiligen Untergrund blitzschnell einstellen. Jedoch sollte man nicht höher als auf 3 gehen, da ab hier die Gasunterbrechung zu stark wird und man beinahe über den Lenker absteigt – natürlich hab ich das nur gehört 😉

Mit dem auf Gelände abgestimmten Fahrwerk und dem hohen Lenker und der angenehmen aber hohen Sitzbank und den größeren Fußrasten fährt sie sich auf anhieb perfekt auf losem Untergrund und gibt stets ein sicheres Feedback. In diesem Bereich glänzt sie und steht den großen Premiumkontrahenten um nichts nach. Lediglich das große Windschild würde ich relativ schnell ersetzten.

Also kurz zusammengefasst, sie ist durchwegs ein gutes Bike und im Offroadbereich herausragend toll. Lediglich die Power fehlt ihr um auch auf der Straße eine top Figur zu machen.

 

MOTOR
Typ

 

Flüssigkeitsgekühlt, Parallel-Zweizylinder-Viertaktmotor, Unicam, 8 Ventile, 270° Kurbelwelle
Hubraum 998 cm3
Bohrung x Hub 92,0 x 75,1 mm
Max. Leistung 95 PS (70 kW) bei 7.500/min (95/1/EC)
Max. Drehmoment 99 Nm bei 6.000/min (95/1/EC)
KRAFTSTOFFSYSTEM
Tankinhalt 24,2 Liter
Verbrauch MT: 21,7 km/Liter (WMTC)
DCT: 21,8 km/Liter(WMTC)
KRAFTÜBERTRAGUNG
Kupplung MT: Mehrscheibenkupplung im Ölbad,

Anti-Hopping-Kupplung

DCT: 2 Kupplungspakete

Getriebe MT 6-Gang / 6-Gang DCT mit On- und Offroad-Riding Modes
Endantrieb O-Ring-Kette
RAHMEN
Typ Stahlrahmen
CHASSIS
Abmessungen (L x B x H) 2.340 x 930 x 1.570 mm
Radstand 1.580 mm
Sitzhöhe 900/920 mm
Bodenfreiheit 270 mm
Gewicht vollgetankt 243 kg (MT), 253 kg (DCT)
Wendekreis 2,6 m
RADAUFHÄNGUNG
 

Vorne

 

Showa 45 mm Cartridge USD-Telegabel, Federweg 252 mm, voll einstellbar (Federvorspannung, Dämpferzug- und Dämpferdruck-Stufe)
Hinten Aluminiumschwinge, Pro-Link-Aufhängung, Gasdruckdämpfer, Federvorspannung hydraulisch über Handrad verstellbar, Dämpferzugstufe einstellbar, 240 mm Federweg
RÄDER
Vorne Edelstahl-Speichenräder
Hinten Edelstahl-Speichenräder
Felgengröße vorne 21M/C x MT2.15
Felgengröße hinten 18M/C x MT4.00
Reifen vorne 90/90-21 mit Schlauch
Reifen hinten 150/70-R18 mit Schlauch
BREMSEN
ABS 2-Kanal, am Hinterrad abschaltbar
Bremse vorne 310mm Wave-Doppelscheiben, schwimmend gelagert, 4-Kolben-Radialzangen, Sintermetall-Bremsbeläge
Bremse hinten 256 mm Wave-Bremsscheibe, Einkolben-Bremszange, Sintermetallbeläge. DCT-Version mit zusätzlicher Einkolben-Feststell-Bremszange
INSTRUMENTE & ELEKTRIK
Instrumente

 

 

 

Rally-Style LCD-Display: Riding Modes, Tachometer, Drehzahlmesser, Tankuhr, Ganganzeige, ABS, HSTC, Km-Zähler, Tripmeter, Zeituhr

Scheinwerfer Doppel LED (1 Fernlicht/1 Abblendlicht)
Rücklicht LED
Blinker LED

 

Alle Angaben unverbindlich, Änderungen vorbehalten.

** Diese Zahlen entsprechen den Honda Testergebnissen unter standardisierten Bedingungen gemäß WMTC. Die Tests wurden auf Freilandstraßen mit einer Standardversion des Fahrzeugs durchgeführt, mit einem Fahrer und ohne zusätzliches Equipment. Der aktuelle Verbrauch kann variieren, abhängig von Fahrweise, Fahrzeugerhaltung, Wetter, Straßenbedingungen, Reifenzustand, Zubehör, Gewicht des Fahrers und Beifahrers und anderen Faktoren.

Fotos by Daniel Obersberger Photography

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s