Manchmal schreibt der Tag selbst die spannendsten Geschichten. Gestern sind wir zur dritten Auflage unserer Couple Power Tour gestartet – 1.000 Kilometer an einem Tag, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, ohne Autobahn. Und diesmal müssen wir euch etwas gestehen: Wir haben es nicht geschafft. Aber so knapp, dass es fast noch mehr schmerzt als ein klares Verfehlen.
So nah dran – und doch daneben
Der Sonnenuntergang war für 20:18 Uhr angesetzt, und genau das war unser Zeitlimit. Als die Sonne unterging, fehlten uns nur noch 18,7 Kilometer auf die 1.000er-Marke. Die vollen 1.000 Kilometer standen dann erst um 20:39 Uhr auf der Uhr – 21 Minuten nach Sonnenuntergang. So knapp waren wir an unserem Ziel noch nie vorbei, aber ein bisschen stolz sind wir trotzdem darauf. 🙂

Wo uns die Zeit weggelaufen ist
Dabei hatten wir diesmal eigentlich alles auf Zeitersparnis ausgelegt: Im Gegensatz zu 2025, als wir uns noch eine kleine Mittagspause gönnen konnten und die Tour trotzdem geschafft haben, haben wir uns heuer bewusst keine einzige Pause erlaubt – nur Tankstopps. Und trotzdem waren wir bereits am späteren Vormittag rund 25 Kilometer hinter unserer eigenen Berechnung zurück. Zur Einordnung: 2025 sind wir die Tour knapp einen Monat früher im Jahr gefahren, mit spürbar mehr Luft im Zeitplan.
Richtig teuer wurde es dann aber später am Tag: Wir hatten die Rechnung nicht mit dem starken Urlauberverkehr gemacht. Im Salzkammergut und rund um Zell am See steckten wir immer wieder im Verkehr fest bzw. kamen nur im Schritttempo voran – ausgerechnet dort, wo wir auf unserer durchgeplanten Route am meisten Zeitpuffer gebraucht hätten, haben wir am meisten Zeit verloren. Der frühe Rückstand vom Vormittag summierte sich so mit den Staus am Nachmittag zu den 21 Minuten, die uns am Ende gefehlt haben. Eine bittere Lektion: Eine perfekt geplante Route schützt nicht vor dem, was an einem Ferientag sonst noch auf denselben Straßen unterwegs ist – und auch keine Pausen einzulegen, ist keine Garantie, sie wieder aufzuholen.
Vom kühlen Start in die Affenhitze
Auch wettertechnisch hatte der Tag einiges zu bieten. Der Start in den frühen Morgenstunden war angenehm frisch, im Raum Wildalpen und Hengstpass hat es uns sogar kurz leicht angeregnet. Danach drehte das Wetter komplett: Mit über 30 Grad wurde es richtig heiß, und der Nachmittag verlangte uns entsprechend mehr Konzentration ab als geplant, aber besser den ganzen Tag Regen 🙂
Der heimliche Star: die BMW R 1300 GS Adventure
Wenn man 14,5 Stunden am Stück im Sattel sitzt, merkt man sehr schnell, welches Motorrad wirklich für so einen Tag gemacht ist – und unsere BMW R 1300 GS Adventure, wieder zur Verfügung gestellt von unserem starken Partner BMW Gönitzer, hat sich dabei von einer ganz neuen Seite gezeigt.
Der große 30-Liter-Tank war der offensichtlichste Vorteil: Wir sind mit nur zwei Tankstopps über die gesamte Distanz gekommen. Ohne diesen Vorsprung an der Tankstelle wären die fehlenden 21 Minuten am Ende vermutlich noch mehr gewesen. Aber es waren vor allem die Details, die über so eine lange Distanz den Unterschied gemacht haben. Der Windschutz der Adventure ist spürbar großzügiger als bei der Standard-GS – gerade bei den zügigeren Etappentempi und über viele Stunden hinweg macht das enorm viel aus, wie erschöpft man am Ende des Tages wirklich ist. Auch der Sitzkomfort hat über den ganzen Tag gehalten: Kein Wundsitzen, kein ständiges Verrücken, einfach viele Stunden lang ein angenehmer Platz zum Fahren.
Das Fahrwerk hat uns quer durch alle Straßenverhältnisse getragen, die so ein Tag zu bieten hat – von den schnellen, glatten Passagen in Osttirol bis zu den kurvigen, teils unebenen Alpenstraßen in Richtung Obersteiermark, und das bei Temperaturen von frisch am Morgen bis über 30 Grad am Nachmittag. Ein kleines, aber überraschend wichtiges Detail waren die großzügig ausladenden Sturzbügel: Darauf konnte ich bei Gelegenheit die Beine ablegen und kurz ausstrecken, ganz ohne dafür anzuhalten – auf einer Tour ohne Pausen ein echter Gewinn für die Beweglichkeit und damit auch für die Konzentration in den späteren Stunden.
Die Route im Detail
Wer nachfahren oder einfach nachsehen möchte, wo genau wir unterwegs waren: Hier geht’s zur vollständigen Route.
Was bleibt
1.000 Kilometer an einem Tag ohne Autobahn ist und bleibt eine echte Herausforderung – und der Urlauberverkehr im Hochsommer ist offenbar ein Faktor, den man nie ganz einplanen kann. Trotzdem: Ein Tag mit kühlem Start, Regen, Hitze, jeder Menge Kurven und am Ende nur 21 Minuten Rückstand aufs Ziel ist alles andere als eine Niederlage. Nächstes Jahr wissen wir jedenfalls, wo wir Zeitpuffer einplanen müssen.
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