Triple S – Harley-Davidson präsentiert sich gekonnt in Spanien

Softail, Sportster und Scramble, das sind die drei S, die uns Harley-Davidson näher bringen wollte.

Antequera/Malaga/Spanien – Wir sind der Einladung von Harley-Davidson® wieder sehr gerne gefolgt und statteten der Südspanischen Region um Málaga einen Besuch ab.

Harley-Davidson hatte sich für diesen Event einiges vorgenommen. Immer hin gilt es, der Ansage von CEO Matt Levatich, aus 2017, „100 neuen Bikes in 10 Jahren“ gerecht zu werden. Und eines sei jetzt schon verraten, sie sind auf einem guten Weg und das möchte man auch gerne zeigen.

Für uns stand somit einiges am Programm. Das Hauptaugenmerk lag auf der Softail ®-Serie. Doch was was ist die Softail-Serie eigentlich?

Harley-Davidson hat nicht nur eine große Palette in diesem Segment im Angebot, sie haben sich dieses Bezeichnung sogar schützen und eintragen lassen. Diese Tatsache zeigt: hier wird ernst gemacht! Unter Softail versteht sich, ein Rahmen, welcher optisch an die alten Hardtailrahmen erinnert. Das war ein Rahmen mit einer starren Hinterradaufhängung, für eine schlichte Optik, wodurch sie bei den Custombikes sehr beliebt war. Jedoch war das Fahrerlebnis nicht besonders komfortabel. 1984 wurde dann ein Rahmen entwickelt, welcher eben genau dieses Erscheinungsbild beibehalten sollte und trotzdem die Vorzüge einer Federung am Hinterrad bietet. Dabei wurde die Federung, beinahe unsichtbar, unter dem Sitz und dem Getriebe versteckt – das Softail-Konzept war geboren.

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H-D Fad-Bob mit dem charakteristischen Softail-Rahmen

 

Für uns standen die Modelle Fad Bob, Street Bob, Low Rider S sowie Heritage Classic und Sport Glide auf dem Programm. In allen Bikes arbeitet der aktuellste Milwaukee Eight Motor mit 107 bzw. 114 ci.

Am ersten Fahrtag waren wir mit den „kleineren“ Street-Modellen Fad Bob, Street Bob und Low Rider S unterwegs. Diese Bikes zählen eher zu den Einstiegsmodellen bei Harley-Davidson und zeichnen sich durch eine recht sportliche und agile Charakteristik aus. Die Low Rider S und Street Bob sind sehr handlich, was auch der verhältnismäßig schmalen Reifendimension, vor allem am Vorderrad, zu verdanken ist.

Low Rider S: vorne 100/90B19, hinten 180/70B16
Street Bob: vorne 100/90B19, hinten 150/80B16

Die Fat Bob, welche optisch ein wenig moderner auftritt und einen eher jugendlichen Touch hat, fordert dafür etwas mehr Aktivität vom Fahrer. Sie ist mit einem größer dimensioniertem Vorderrad ausgestattet und somit etwas träger im engen Winkelwerk.

Fad Bob: vorne 150/80-16, hinten 180/70B16

Diese Bikes sind eher was für die Puristen unter uns. Sehr minimalistische Armaturen und auf das nötigste reduziert. So findet man auch lediglich ein reguläres ABS als elektronisches Zusatztool. Dieses ist aber dafür serienmässig mit an Bord.


Low Rider S, 114 ci

Sie ist neu in der Familie der Softails und fügt sich gekonnt in diese ein. Dem „S“ im Namen kommt sie durch ein verbessertes Fahrwerk mit Upside-Down-Gabel und ausreichend dimensionierter Bremsanlage nach. Im Gegensatz zur Schwester ohne S ist Chrom hier durch elegantes Schwarz in matter und glänzender Ausführung ersetzt worden, was die Optik noch ein bisschen mehr „bad ass“ wirken lässt. Der Lenkkopfwinkel ist um 2 Grad, von 30 auf 28 reduziert worden, wodurch ein Nachlauf von 145 mm entsteht, 163 mm bei der standard Low Rider. Das ist natürlich ein maßgeblicher unterschied im Handling und rechtfertig das „S“ alle mal.  Der hochgeschwungene, relativ gerade Lenker führt zu einer angenehmen aber dennoch aktiven Sitzposition.

Der Ab-Preis in Österreich liegt bei € 23.695,-.


Street Bob, 107 ci

Die klassische unter diesen drei Bikes. Mehrere Merkmale machen diesen Look aus: Die Gabel mit dem Staubschutz, der kleine und zarte Hauptscheinwerfer sowie der hohe Lenker und die Speichenfelgen. Sie bietet eine sehr angenehme Sitzposition und ist ein Cruiser durch und durch. Lange und gemütliche Strecken sind ihre Paradedisziplin. Auch bei ihr wurde auf Chrom verzichtet und mit matten schwarzen Akzenten eine Verjüngungskur angedeutet.

In Österreich ist sie ab € 17.495,- erhältlich und ist damit der günstigste Einstieg in die Softail-Serie.

 

Fad Bob, 114 ci

Mein persönlicher Favorit an diesem Tag.
Die Grätsche aus modernen Designelementen und dem klassischen Harley-Davidson-Spirit ist hier gut gelungen. Der Vorderreifen macht dem Namen „Fad Bob“ alle Ehre. Die kompakte Optik dieser Bauart, in Kombination mit schwazen Akzenten, machen sie aus. Sie ist zwar etwas anspruchsvoller zu fahren aber bei diesen Bikes geht es ja bekanntlich um mehr.

Sie bekommt man in Österreich ab € 23.695,-.


 

Amerikafeeling mit großen Klassikern

Am zweiten Tag standen die Sport Glide und die prestigeträchtige Softail Heritage Classic 114 am Programm. Auf breiten und bestens ausgebauten Straßen und durch Gegenden welche dem Wilden Westen der USA bis aufs Haar gleichen, ging es mit den beiden Touringmodellen, der Softail-Reihe, auf Tour. Hier sind sie zuhause. Diese beiden Harleys machen einen Ausflug dieser Art so authentisch wie es nur geht. Mit diesen Motorrädern ist ein Eintauchen in solche Regionen und das Erleben eben dieser, mit allen Sinnen, möglich. Auf solchen Straßen wurden diese Bikes erfunden und entwickelt, das kann man auch heute noch fühlen. Trotz des unverfälschtem Harley-Feeling, bieten diese Modelle neben serienmäßigem ABS auch noch einen Tempomat an.


Sport Glide 107 ci

Die Sport Glide ist serienmäßig mit Hartschalenkoffer und einer abnehmbaren Lenkerverkleidung ausgestattet. Diese Verkleidung ist zwar klein und dezent, aber ideal proportioniert. Mit ihr hat man kaum Luftverwirbelungen und trotzdem eine angenehme Brise. Sie hat ein gut ausbalanciertes Fahrwerk, ein „High Performance Fahrwerk“ laut Harley-Davidson. Vorne mit Upside-Down-Gabel und hinten ein einstellbares Federbein. Das ermöglicht eine schnelle Einstellung bei wechselnder Zuladung. Bei diesem Bike wurde zwar mit Chrom gearbeitet aber nur um zu akzentuieren. Der schwarze Milwaukee Eight Motor und die schwarzen Auspuffabdeckungen ergeben eine ausgewogene Optik. Die Sitzposition ist ähnlich der Street Bob und erlaub auch eine aktive Fahrweise. Der Lenker ist etwas breiter als bei den kleineren Modellen, mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die Rückspiegel auch wirklich am Piloten vorbeisehen.

In Österreich ist sie ab € 21.690,- zu haben.


 

Softail Heritage Classic, 114 ci

Nicht nur in unserer Testreihe eine Klasse für sich. Dieses Bike haben wohl viele Menschen vor dem inneren Auge, wenn sie an die Marke Harley-Davidson denken. Sie verkörpert den Esprit, der mit dieser Marke verbunden wird.

Der Klassiker ist im 21. Jahrhundert angekommen. Angetrieben vom aktuellen Milwaukee Eight 114 Motor, leistet sie ein Drehmoment von 155 Nm mit sattem Sound. Das Design und Auftreten wurde der aktuellen Zeit angepasst. So hat sie an der Front eine komplette LED-Ausstattung inkl. Nebelscheinwerfer erhalten. Das abnehmbare Windschild ist im unteren Bereich abgetönt und mit Chomleisten veredelt worden. Sie wird bereits standardmäßig mit Trittbrettern ausgeliefert. Leider mittlerweile ohne der beliebten Schaltwippe, diese ist ein Extra geworden. Auch sie ist mit einem „High Performance Fahrwerk“, wie die Sport Glide, ausgestattet und bietet ebenfalls eine einfache und schnelle Anpassung des hinteren Federbeins. ABS und CruiseControl sind auch ab Werk mit dabei, gleich wie die verschließbaren und versiegelten Satteltaschen. Trotz ihrer Größe und einem Gewicht von unglaublichen 330 kg (Fahrbereit) lässt sie sich gut durch die Olivenhaine Spaniens treiben und macht auch auf weiten Highways eine gute Figur. Das richtige Reisebike aus der Softail-Serie.


 

Sportster Custom Bikes

Ebenfalls mit im Gepäck hatten die Herrschaften aus Milwaukee auch einige Bikes aus der Sportster-Serie. Allerdings nicht einfache Serienbikes, sondern Custom-Bikes wie sie im Bilderbuch stehen. Optisch unglaublich schön anzusehen, akustisch die ultimativen Dampfhammer und eine Fahreigenschaft, dass sie perfekt für eine Ausfahrt bis zum nächsten Café ums Eck geeignet sind.


Harley-Davidson Hillclimb, X 750

Auf eines der „Triple S“ sind wir bisher noch nicht eingegangen. Den Hillclimb mit einer umgebauten Street 750. Angetrieben vom Revoloution X  V-Twin mit 750 ccm. Mit diesem speziellen Bike und vor allem dem Umbau, wollte uns die Marke zeigen, dass in ihnen noch immer die Gene aus alten Motorsporttagen schlummern. Und ja, der 750er Motor mit dem Harley-typischem Drehmoment, mach auch Off-road richtig viel Spaß. Wir konnten uns untereinander, bei der Bergwertung messen, die Zeitnehmung sorgte für ausreichend Adrenalin.

Obwohl es nur „just for fun“ war, gab es einen Sieger. Ich musste mich von meinem jüngeren Kollegen Tom, von Tom-Tour, geschlagen geben 😉 Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle ;-)!

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